Der klassische Lebenslauf

 

Neben dem Anschreiben ist der Lebenslauf das zweite Dokument, das Sie genau auf die ausgeschriebene Stelle, für die Sie sich bewerben wollen, anpassen sollten.

Der Aufbau eines Lebenslaufs

Wie auch beim Anschreiben gibt es beim Lebenslauf keine allgemein gültige Form, die alleinigen Anspruch auf Richtigkeit hat. Jedoch gibt es einen Aufbau, der sich für Lebensläufe bewährt hat: 

  • Persönliche Daten
  • Berufstätigkeit
  • Ausbildung bzw. Studium
  • Schule
  • Grundwehr- bzw. Zivildienst
  • Weiterbildung
  • Zusatzqualifikationen
  • Eventuell Hobbies


Sie sollten in jedem Fall darauf achten, Ihren Lebenslauf nachvollziehbar und lückenlos zu gestalten. Dabei haben Sie die Möglichkeit, in chronologischer oder umgekehrter chronologischer Reihenfolge vorzugehen. Mit der Verwendung der umgekehrten chronologischen Reihenfolge gehen Sie sicher, dass die Aufmerksamkeit des Personalverantwortlichen, die zu Beginn der Durchsicht Ihrer Unterlagen noch am größten ist, auf Ihre zuletzt ausgeübten Tätigkeiten fällt.  Haben Sie bereits einiges an Berufserfahrung (mehr als drei Jahre) vorzuweisen, empfiehlt es sich, nach der Angabe der persönlichen Daten gleich zum Block der Berufstätigkeit überzugehen. Haben Sie bisher wenig Berufserfahrung gesammelt, weil Sie gerade erst Ihre Ausbildung bzw. Ihr Studium beendet haben, sollten Sie mit der Darstellung Ihres Bildungsweges beginnen, gefolgt von der Schulbildung und im Anschluss daran Ihre Berufserfahrung.

Zeitliche Lücken, die zwei Monate übersteigen, sollten Sie in Ihrem Lebenslauf auf jeden Fall argumentieren, da sie sonst zu ungewollten Rückschlüssen führen können. Gehen Sie davon aus, dass Personaler sehr gut darin sind, Lücken zu finden und sich dazu Ihre Gedanken zu machen. Lassen Sie sich nicht die Chance entgehen, diese Gedanken in die Richtung zu lenken, in der Sie sie haben möchten. Eine Lücke ist per se nichts Schlechtes, solange sie ausreichend argumentiert wird. Ist sie hingegen nicht argumentiert, öffnet sich der Spekulation des Personalisten Tür und Tor. Grundsätzlich gilt es jedoch immer bei der Wahrheit zu bleiben. Ehrenamtliche Tätigkeiten, Fortbildungen, die Bezug zu Ihrem Berufsfeld haben oder Sprachaufenthalte im Ausland sind durchaus akzeptable Lückenfüller, die auch Ihre Aktivität zeigen.

Persönliche Daten:

Geben Sie hier Ihren Geburtstag und –ort an. Gegebenenfalls können Sie Ihren Familienstand und (wenn vorhanden) die Anzahl und das Alter Ihrer Kinder angeben. Dies ist jedoch nicht zwingend notwendig. Angaben zur Religionszugehörigkeit oder zur politischen Einstellung sollten Sie unterlassen, es sei denn, Sie bewerben Sich bei einer entsprechenden religions- oder politiknahen Organisation.

Berufstätigkeit:

Beim Verfassen des Lebenslaufes ist es wichtig dem Personalverantwortlichen zu zeigen, dass sie Wichtiges von Unwichtigem oder besser, Relevantes von weniger Relevantem, unterscheiden können. Daher sollten Sie sich genau überlegen und anhand der Stellenanzeige überprüfen, welche Tätigkeiten, die in vergangenen Jobs zu Ihrem Aufgaben gezählt haben, für die neue Stelle relevant sind. Durch eine genauere stichwortartige Beschreibung von Positionen, die eine Nähe zur neuen Stelle haben, unterstreichen Sie zum einen Ihre fachliche Qualifikation und zum anderen zeigen Sie, dass Sie sich mit den Anforderungen der neuen Stelle auseinandergesetzt haben. Die wichtigste Regel bei der Beschreibung Ihrer beruflichen Tätigkeiten ist, alles Relevante in kompakte und aussagekräftige Form zu bringen. Vermeiden Sie daher einerseits Abkürzungen (die eventuell nur Sie verstehen) und andererseits lange ausformulierte Sätze.

Ausbildung bzw. Studium:

Je weniger Berufserfahrung Sie vorzuweisen haben, desto wichtiger ist eine detaillierte Darstellung Ihres (Aus-)Bildungsweges. Auch hier gilt: stellen Sie möglichst viel Bezug zur ausgeschriebenen Stelle her. Haben Sie sich beispielsweise in Ihrem Studium auf einen Teilbereich ihres Faches spezialisiert, der für die Stelle relevant ist, oder eine Diplomarbeit verfasst, die einen Bezug zu der Branche des potentiellen Arbeitgebers hat, sollten Sie das unbedingt angeben.

Schule:

Die Darstellung ihrer Schullaufbahn können sie kurz gestalten. Verzichten Sie auf die Angabe der Grundschule, in der Sie waren. Wirklich relevant ist hier nur die Angabe des höchsten Schulabschlusses, den Sie haben.

Grundwehr- bzw. Zivildienst:

Abhängig davon, ob Sie noch in wehrpflichtigem Alter sind oder nicht, sollten Sie in Ihrem Lebenslauf angeben, ob und wann Sie Ihren Grundwehr- bzw. Zivildienst abgeleistet haben. Diese Information ist für Arbeitgeber, gerade bei jungen Bewerbern, eine wichtige Information, um zu wissen, ob sie mit einem Einrückungsbefehl des Bewerbers rechnen müssen.
 
Weiterbildung / Engagement:

Geben Sie branchen- bzw. stellenrelevante Weiterbildungsmaßnahmen an, die Sie absolviert haben. Gleiches gilt für die Mitarbeit in berufsständischen- oder ehrenamtlichen Organisationen.  So zeigen Sie Aktivität in Ihrem Berufsfeld, das über das übliche Maß hinausgeht. Aber auch Computer- und Sprachkurse oder Erstehilfe- und Brandschutzausbildungen sind Weiterbildungen, die in jedem Betrieb gerne gesehen sind. Einen Pantomimekurs oder ein Weinseminar sollten Sie besser weglassen, wenn es nicht direkt mit Ihrer angestrebten Tätigkeit zu tun hat. Gleichermaßen sollten Sie auch auf die Erwähnung von Mitarbeit bzw. Mitgliedschaften in politischen Vereinigungen, angefangen bei Betriebsräten, über Gewerkschafen bis hin zu Parteien, verzichten.


Zusatzqualifikationen:

Die Darstellung Ihrer Zusatzqualifikationen sollten Sie immer mit einer persönlichen Bewertung versehen. Diese Bewertung soll es dem Personaler ermöglichen, ein Bild über den Umfang Ihrer persönlichen Fähigkeiten zu erhalten. Denken Sie daran, bei der Angabe von EDV Kenntnissen nur Anwendungsprogramme oder Programmiersprachen anzugeben, die noch aktuell gebräuchlich sind.

Die Bewertung Ihrer Kenntnisse können Sie zum Beispiel so gestalten:


Sprachkenntnisse:

  • Grundkenntnisse
  • gut
  • sehr gut
  • verhandlungssicher


EDV Kenntnisse:

  • Grundkenntnisse
  • gut
  • sehr gut
  • in ständiger Anwendung


Hobbies:

Die Angabe Ihre Hobbies ist nicht obligatorisch und auch mit Vorsicht zu genießen. Sie sollten sich immer des Bildes bewusst sein, welches Ihre Hobbies von Ihrer Persönlichkeit vermitteln. Passt dieses Persönlichkeitsbild gut zu der ausgeschriebenen Stelle, können Sie Ihre Hobbies durchaus angeben. Bewerben Sie sich beispielsweise für eine Job in einer kreativen Branche, können Sie Ihre Kreativität durch die Angabe Ihrer kreativen Hobbies unterstreichen. „Kunst, Kino, Musik und Reisen“ ist hier allerdings zu wenig, um aussagekräftig zu sein. Wenn Sie Ihre Hobbies angeben sollten Sie die Gelegenheit nutzen und durch eine genauere Beschreibung das Interesse an Ihrer Persönlichkeit wecken. Welche Art von Kunst mögen Sie? Wer ist Ihr Lieblingskünstler? Welches Filmgenre mögen Sie am meisten? Welche ist Ihre bevorzugte Musikrichtung? Spielen Sie selbst ein Instrument als Ausgleich oder hören Sie gerne Musik zur Entspannung? Welches Land oder welche Region bereisen Sie am Liebsten? Sind Sie sich nicht sicher, ob es zu Ihrem Vor- oder Nachteil ist, Ihre Hobbies zu erwähnen, sehen Sie besser davon ab.


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